Lass‘ Dich verwirren!

rope-246757_1280„Krise ist ein ungemein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ (Max Frisch)

Wirkliche VERÄNDERUNG findet da statt, wo ich so stark an meine GRENZEN gekommen bin, dass es nicht mehr anders weiter geht – dass sozusagen alles umgebaut werden muss. Die Krise ist dann eine SCHÖPFERISCHE ZERSTÖRUNG die „not-wendig“ ist (die Not wendet), damit etwas Neues entstehen kann.

Der Neurowissenschaftler Gerald Hüther beschreibt die Synapsen, die gewohnheitsmäßig benutzt werden als „Autobahnen“. Da kennen wir uns aus, da läuft alles fast automatisch und vor allem blitzschnell. Wenn wir uns in einer Krise befinden, brechen die Strukturen dieser Autobahnen und die Synapsen können nicht mehr genauso „fahren“ wie üblicher Weise. Es geht nicht mehr so weiter. Wie denn dann? Das ist noch nicht klar, neue „Straßen“ werden ausprobiert, gepflastert, vorsichtig befahren, erprobt. Sie sind noch brüchig, nicht ganz ausgebaut. Diese Neubildung von Strukturen wird durch den Prozess der Krise erst ERMÖGLICHT. Die Krise ist also sehr produktiv im Neubau von Möglichkeiten.

Max Frisch ergänzt, dass man der Krise nur den Beigeschmack der KATASTROPHE nehmen muss. Wir empfinden Dinge, die wir nicht unter KONTROLLE haben und die uns so stark in unserer Routine verwirren wie eine Krise das tut, als absolut bedrohlich. Und diese gefühlte Katastrophe führt dazu, dass wir den Fokus auf die verlorene „Autobahn“ richten, statt zu sehen, wie neue „Straßen“ gepflastert werden. Lieber steigen wir gar nicht mehr ins Auto und beschwören einen Totalausfall der Fahrt herauf – eine folgenschwere AUFMERKSAMKEITS-FOKUSSIERUNG auf die SCHWACHSTELLE! Wir lassen die alte Vorstellung der lieb gewonnenen, weil gewohnten, Strecke nicht los. Das zieht an unseren Ressourcen, es frisst uns förmlich auf. Wenn wir uns in diesem angstbesetzten Zustand befinden, fällt es uns schwer, Probe zu fahren.

Im Coaching wird dieses „PROBEHANDELN“ auf neuer und noch unbekannter Strecke geübt. Der Coachee wird ermuntert, in Gedanken mal loszufahren und auf den ersten Metern begleitet. Es ist wie beim Fahrradfahren lernen: irgendwann fühlt es sich so an, als wäre man schon immer gefahren. Obwohl wir es alle zu einem früheren Zeitpunkt noch nicht konnten.

Für Krisen braucht es manchmal zwingende IMPULSE von außen. Manchmal sind es auch die zwingenden Impulse von innen. Impulse wirken vollkommen unterschiedlich: mal verwirren sie unseren momentanen Zustand und erhöhen die gefühlte KOMPLEXITÄT und mal bringen sie etwas in uns zum Klingen. Dann spüren wir: ja, das war eine tolle, neue Erfahrung oder ein faszinierender Satz über den wir nachdenken wollen. Um etwas in mir zum Klingen zu bringen, muss ich RESONANZKÖRPER sein, sonst kann der Ton keine Schwingung erzeugen. Stellen wir uns einen Resonanzkörper wie eine Klangschale vor: jemand spielt einen Ton an und erzeugt einen vollen, saftigen Klang. Wenn der Resonanzkörper die Schwingungen ungebremst zulässt. Sich verwirren zu lassen braucht das ZULASSEN genauso.

Die meisten krisenhaften Bewegungen sind „WEG VON“ einem Zustand, der als nicht mehr haltbar empfunden wird. Eine ordentliche VERWIRRUNG löst alte Strukturen auf und ermöglicht Veränderung. Die Griechen haben es in ihrem Wort „Krisis“, das nicht etwa einen hoffnungslosen Zustand beschreibt, sondern den Höhe- oder WENDEPUNKT einer gefährlichen Lage. Ab hier löst sich etwas… und ENTWIRRT sich dabei vielleicht…

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Die Raupe Nimmersatt* auf Veränderungskurs

Punkte.002

Nachts, im Mondschein,
lag im kuscheligen Bett
ein Mensch mit einem
kleinen GEFÜHL und vielen GEDANKEN.

Und als an einem schönen Sonntagmorgen
die Sonne aufging, hell und warm,
da schlüpfte aus den Gedanken – knack –
eine kleine, hungrige Idee mit dem Drang, etwas zu VERÄNDERN.

Der Mensch mit der Idee machte sich AUF DEN WEG,
um sie zu füttern.

Am Montag fraß er sich durch ein paar Scheiben ZUSPRUCH,
aber satt war er noch immer nicht.

Am Dienstag fraß er sich durch alle Arten süße INSPIRATIONEN,
aber satt war er noch immer nicht. Weiterlesen